City in the Cloud – Data on the Ground

Über die Ausstellung

Die digitale Cloud ist allgegenwärtig. Für uns ist sie jedoch nur durch die unzähligen Geräte und Bildschirme sichtbar, die unseren Alltag bestimmen: Smartphones, Laptops, smarte Haushaltsgeräte, Fahrzeugschnittstellen und zahllose Displays im städtischen Raum. Für „City in the Cloud – Data on the Ground“ im Architekturmuseum der TUM, Pinakothek der Moderne – kuratiert von Damjan Kokalevski – entwickelten wir interaktive Exponate, die den materiellen Fußabdruck digitaler Systeme thematisieren: Rechenzentren in urbanen und abgelegenen Räumen, globale Unterseekabelnetze und die Rohstoffe, auf denen die Infrastruktur basiert. Die Ausstellung läuft vom 15. Oktober 2025 bis 8. März 2026.

Daten prägen, wie wir leben, kommunizieren und regieren. Während wir nahezu in Echtzeit Zugang zu globalen Informationen genießen, werden wir selbst zunehmend zu bloßen Datenquellen reduziert. Trotz ihrer zentralen Rolle für unsere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme wird die Dateninfrastruktur selten aus gestalterischer oder politischer Perspektive betrachtet.

Unter der Oberfläche liegen sowohl die Software und Algorithmen, die den Datenfluss steuern, als auch die physische Infrastruktur – Mikrochips, Batterien, Land- und Unterseekabel, Rechenzentren und Serverfarmen. Der Betrieb dieses Systems erfordert enorme Mengen an Energie, Arbeitskraft und natürlichen Ressourcen – von der Gewinnung seltener Erden bis zum Wasser für die Kühlung. Mit dem Wachstum der Datenökonomie wächst auch ihr ökologischer Fußabdruck. Der Weg zu einer gerechten digitale Zukunft stellt eine ökologische wie politische Herausforderung dar.

Architekturforschung kann diese verborgenen materiellen und politischen Verflechtungen sichtbar machen. Das ist unser Ziel: Transparenz in die Cloud zu bringen – von ihren historischen Ursprüngen bis zu ihren zukünftigen Möglichkeiten – und dafür zu plädieren, dass Planung und Gestaltung von Dateninfrastrukturen stärker in das gesellschaftliche und politische Bewusstsein rücken. Diese Ausstellung untersucht kritisch die physischen Räume, in denen die Cloud entsteht und in denen Daten produziert, gespeichert und gepflegt werden. Sie stellt dringende Fragen danach, wie sich der wachsende Bedarf an Daten mit ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in Einklang bringen lässt.

Ausstellung

Damjan Kokalevski – Kuration
CP.WH – Ausstellungsgestaltung
Wiegand von Hartmann – Grafische Gestaltung
3e8 – Interaktive Exponate

Unser Team

Felix Betzenbichler – Software Development, Dokumentation, Executive Production
Thomas Geissl – Software Development, Backend
Rosa Havel – Produktionsassistenz, Dokumentation
Christoph Ignaz Kirmaier – Produktionsleitung, Software Development
Ilina Kokaleska – Art Direction, Industrial Design
Johannes Lemke – Software Development, Motion Design
Bessie Normand – Grafik-Design
Philipp Parteder – Software Development, Motion Design
Jakob Schauer – Sound Design

Fotos

Felix Betzenbichler
Jan Gutjahr

Data Soil

Diese interaktive Installation lädt dazu ein, in die Welt der öffentlich zugänglichen Smart-City-Daten Münchens einzutauchen. Auf Grundlage von Datensätzen des Digital Twin Institute entsteht ein vielschichtiger Einblick in Informationen, die unseren Alltag prägen – von Mobilität und Infrastruktur bis hin zu Umweltwerten und sozialen Aspekten des Stadtlebens.

Im Zentrum der Arbeit steht ein digitales Partikelfeld, das sich fortlaufend verändert – ein visuelles Abbild der Datenströme, die unsere Stadt durchziehen. Besucherinnen und Besucher können diesen Datenraum frei erkunden, eigene Verbindungen herstellen und individuelle Entdeckungen machen. Ein nahegelegenes Terminal lädt dazu ein, Gedanken und Eindrücke mit anderen zu teilen.

Begleitend dazu erzählen mehrere kuratierte Geschichten, wie diese Daten entstehen, wie sie genutzt werden und welche Rolle sie in Stadtplanung, Gestaltung und politischen Entscheidungen spielen. Data Soil macht sichtbar, wie tief digitale Prozesse in unsere gebaute Umwelt eingreifen, oft unsichtbar, aber mit spürbaren Auswirkungen.

In Zusammenarbeit mit

Digitaler Zwilling München
GeodatenService
Kommunalreferat
Landeshauptstadt München

Vielen Dank an

Korbinian Kringer und Markus Mohl
GeodatenService München

Cable Explorer

Diese interaktive Installation lädt dazu ein, die Welt der Unterseekabel zu erkunden – ein weltumspannendes Netzwerk, das Kontinente, Rechenzentren und die digitalen Dienste verbindet, die wir täglich nutzen. Mithilfe anschaulicher Infografiken und öffentlich zugänglichen Daten machen wir eine Infrastruktur sichtbar, die meist im Verborgenen bleibt und dennoch unser digitales Leben maßgeblich prägt.

Drei thematische Schwerpunkte – gemeinsam mit Studierenden der Technischen Universität München (TUM) entwickelt – bieten einen vertieften Einblick in die spannende Geschichte der Unterseekabel, ihre physische und materielle Beschaffenheit sowie ihre geopolitische Bedeutung. Über das Bedienfeld vor der Installation lässt sich das Netzwerk frei erkunden oder gezielt in eine der Fokusgeschichten eintauchen, um so mehr über die Zusammenhänge hinter dieser kritischen globalen Infrastruktur erfahren.

Inhaltliche Konzeption

Paula Löffler
Bruno Heringer
Günter Merk

Live Captions

Gold, Kupfer, Kobalt, Nickel, Zinn und Lithium gehören zu den kritischen Rohstoffen, die täglich an internationalen Börsen gehandelt werden. Obwohl sie wie geologische Rohstoffe wirken, sind ihre Preise volatil – beeinflusst durch Angebot, Nachfrage, Produktionsprognosen, geopolitische Spannungen, industriellen Bedarf und Spekulation. Ihr Wert entsteht nicht durch die Lagerstätte, sondern durch ihre Notierung an Börsen, wo er ständig schwankt.

Diese Installation kombiniert Rohstoffproben mit aktuellen Marktdaten, basierend auf Plattformen wie Trading Economics. Sie macht die Kluft zwischen materieller Realität und ökonomischer Abstraktion sichtbar und regt zur Reflexion über Wertzuschreibung, Kontrolle und verborgene Kosten an.

Objekte aus der Sammlung des Deutschen Museums – Moritz Heber und Luise Allendorf-Hoefer.